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28 Jun

Afrika! Afrika!

Auf Safari habe ich keine Lust. Dachte ich. Es wird wie im Zoo werden, das kann ich günstiger haben. Nachdem aber das eigentliche Ziel Buthan gestrichen wurde, da wir schon zu spät im Jahr waren, schlug das Reisebüro Afrika vor. O.K. wenn es denn sein soll, dann aber mit Hilfe des erfahrenen Reisebüros Afrika Royal Tours, denn wo sollten wir denn hin? Welches Camp kann was bieten? Wie organisieren wir die Groundtransportation? So haben wir vertraut und wurden nicht enttäuscht. Sicher, billiger geht es im Zoo, aber rückblickend ist der Bush ein Ganzkörpererlebnis gewesen, das unvergleichlich ist. Riechen, spüren, fühlen, sehen, hören - alles und immer mit der latenten Unsicherheit, ob nicht doch ein Leopard oder Löwe Hunger auf uns hätte.

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Das Abenteuer beginnt bereits mit dem Gepäck: max. 20kg, inkl. Handgepäck in einer losen Tasche, mehr durfte nicht mit. Los ging es in unser erstes Camp über München-Frankfurt-Johannesburg nach Maun ins Gomoti Plains Camp, Okavango-Delta, im Norden von Botswana. Dort, mit einer viersitzigen Cesna gelandet, wurden wir von unserem Guide Mott herzlich empfangen. Ab in den Jeep und schon auf der Fahrt ins Camp begegneten uns, Giraffen, Elefanten und Strauße. Gomoti ist der Name von Bäumen in dieser Region, deren Blätter die Lieblingsspeise der Elefanten sind.

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Im Gomoti Plains Camp erwarteten uns 8 Zelte auf Holzdecks. Somit waren max. 16 Personen im Camp, was sich als Glücksfall herausstellen sollte. Wir fühlten uns wie im Film „Jenseits von Afrika!“. Die erste Nacht war ziemlich schlaflos bei morgens dann 7 Grad und diversen Tiergeräuschen. Alle Sinne waren auf höchster Alarmbereitschaft, was ganz normal ist, wie uns Mott erzählte, unser Körper und Geist möchte erstmal nicht hier sein. Aber mit Hilfe eines „Bush-Babys“ (Wärmflasche) haben wir die Nächte gut gewärmt „überlebt“. In der Dunkelheit durften wir nur mit einem Guide zu unserem Zelt gehen und dieses dann auch nicht mehr verlassen. Da es gut sein kann, dass ein Löwe oder ein Hippo einen Abendspaziergang macht und uns mit Futter verwechselt. Die folgenden 3 Tage wurden wir von Eindrücken nur so überwältigt. Stundenlang waren wir immer alleine mit unserem Guide unterwegs, um die Tierwelt zu beobachten. Die Game Drives starteten nach einem Porridge am Lagerfeuer und einer Tasse Café oder Tee am Morgen gegen 6:30 Uhr ohne Hetze und ohne einen Antreiber, der auf Pünktlichkeit pochte. Gegen 9 Uhr und nach den ersten Tierbegegnungen gab es ein kleines weiteres Frühstück mitten im Bush, nur umgeben vom Pfeifen und Gezwitscher der unzähligen Vögel, Knurren der Hippos und Rufen der Elefanten. Nach einer weiteren Exkursion und sinnigen Erläuterungen von Mott kamen wir gegen 11:30 Uhr zurück ins Camp und bekommen eine Art Brunch. Nach einer Mittagspause bis ca. 16 Uhr geht es gestärkt mit Café, Wasser und ein paar Cookies oder Sandwiches wieder auf Tour. Bei unfassbar schönem Sonnenuntergang mit fast 180° „Spannweite“ gab es täglich das Bush Spezial: Gin Tonic mit getrocknetem Gnu-, Kudu- oder Impala-Fleisch. Wieder nur wir Drei und die Natur. Ein grasender Elefant nur ein paar Meter entfernt oder ein ruhender Leopard im Baum: Afrika-Feeling pur. Gleich am ersten Abend verrieten uns dann die Lichter in der Ferne die vermeintliche Nähe zum Camp, aber weit gefehlt. Es war ein Lagerfeuer mitten im Bush und es wurde getanzt, gelacht und ein vorzügliches Essen an einem langen Tisch zusammen mit den Guides serviert. In den nächsten Tagen standen weitere Safaris mit dem Defender, dem Schnellboot und mit dem Mokoro, dem traditionellen Einbaum-Kanu, auf dem Programm. Dabei begegneten uns Löwen, Leoparden, Büffel, Affen, Elefanten, Giraffen, Stachelschweine, Warzenschweine, Kudus, Impalas, Vögel und Hippos. Die Löwen konnte man fast mit der Hand berühren. Im Jeep waren wir in Sicherheit, da die Tier nur die Umrisse des Wagens wahrnehmen. Aber „get out of the car and you are dead“. Unvorstellbar schön… fast unwirklich und eben nicht wie im Zoo. 

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Mit Tränen in den Augen verließen wir Gomoti. Die herzliche und fröhliche Art der Menschen sowie die Vielfalt der Natur und Tiere haben uns sehr beeindruckt. Mit dem Buschflieger ging es weiter in das Linyanti Feuchtgebiet. Nach 45 Minuten Flug und einer rasanten Bootsfahrt erreichten wir das Camp Selinda Great Plains. Der Blick von der Terrasse direkt auf den Selinda Spillway war traumhaft. Die Landschaft veränderte sich in eine Steppe mit Gräsern, was die Suche - „das Spotting“ - erschwerte und die Strecken mit dem Jeep viel länger wurden. Auch hier erwartete uns ein tierreiches und eindrucksvolles Gebiet mit Elefantenherden, Büffeln und Hyänen, Giraffen und Zebras. Natürlich auch Löwen und Leoparden. Das eindrucksvollste Bild war eine Leoparden-Dame mit ihrem Jungtier auf einem Baum. Die Beute war auf dem Baum gesichert und die Tiere lagen total entspannt auf den Ästen des Baumes. Dabei ging die Sonne unter… ein unvergesslicher Augenblick in Afrika. Ach... natürlich waren wir unvergesslich beeindruckt über die Attacke eines Hippos im Wasser auf unser Boot. Fast wie ein Delfin sprang das Hippo auf unser Boot zu und verfehlte es nur um einen Meter. Unfassbar wie schnell sich diese Kolosse im Wasser bewegen können. Der Guide musste dann zugeben, dass es sehr knapp war und das Hippo (unter den Guides „the Beast“ genannt) nicht spielen wollte. Der Hinweis auf die Schwimmwesten war wohl eher symbolisch gemeint, denn wenn das Hippo das Boot zum Kentern gebracht hätte, wäre es wahrscheinlich nur die Wahl gewesen, vom Hippo oder von Krokodilen gefressen zu werden. Kein Wunder, dass Flusspferde die gefährlichsten Tiere Afrikas sind. 

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Anschließend ging die Reise über Simbabwe nach Sambia zu den Victoria Falls. Trotz der € 100,- mehr für das Sambia Visum wählten wir bewusst das Livingstone Hotel direkt am Sambesi mit Blick auf die Gischt des UNESCO-Weltkulturerbes. Der afrikanische Name ist Mosi-oa-Tunya („donnernder Rauch“) und ist um diese Jahreszeit durchaus berechtigt. Der Name verweist auf den Wasser-Sprühnebel, der von den Fällen bis zu 30 km Entfernung zu sehen ist. Nach der Regenzeit schießen ca. 100.000 Liter Wasser pro Sekunde über den Nordrand der Schlucht 107 Meter in die Tiefe. Sehr beeindruckend. Von oben mit dem Helikopter hatten wir einen unglaublichen Blick auf die Ausmaße des Sambesis mit den Victoria Falls und der Victoria Falls Bridge. Bungee-Jumping von der Brücke überließen wir allerdings den jungen Freaks, die ihrem Leben zusätzliche Reize verschaffen müssen.  

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Nach all diesen herrlichen Erfahrungen und Eindrücken haben wir den Bush-Staub auf Mauritius abgewaschen und im Prince Maurice alles Revue passieren lassen. Trotz Winterzeit und gelegentlich Regen auf der Insel hatten wir es immer warm und durch die Nebensaison hatten wir das Hotel fast für uns. Ein wunderbarer Abschluss der Reise.